Viele Stolpersteine in der gesetzlichen Unfallversicherung

Viele nehmen an, dass sie durch die gesetzliche Unfallversicherung ausreichend abgesichert sind. Wenn denjenigen etwas passiert, w├╝rden die Leistungen die entstehenden Folgekosten schon decken. Jedoch werden viele Stoplersteine ├╝bersehen.

Stolperstein: Wann ist man versichert?

Wichtigste Frage ist, wann besteht denn eigentlich ein Versicherungsschutz. Dabei ist vielen bekannt, dass die gesetzliche w├Ąhrend der Arbeitszeit und auf dem Weg zum Job und zur├╝ck sch├╝tzt. Nur, dass schon der sogenannte Wegeunfall (zum Arbeitsplatz und zur├╝ck) einige Besonderheiten aufweist, ist nur noch wenigen bewusst. Denn, der Arbeitsweg beginnt beim Verlassen des Wohngeb├Ąudes, nicht wenn man die Wohnung verl├Ąsst. Dementsprechend endet er auch dort. Wer nicht den direkten Weg in die Firma nimmt, ist nur dann versichert, wenn es sich um einen schnelleren Weg handelt (z.B. ├╝ber die Autobahn) oder wenn man vor der Arbeit die Kinder in die Schule oder zur Betreuung bringt. Ein Anhalten, um beim B├Ącker das Fr├╝hst├╝ck zu kaufen unterbricht den Versicherungsschutz, das Anhalten an der Tankstelle auf dem Weg, um nachzutanken, hingegen nicht unbedingt.

├ähnlich sieht es w├Ąhrend der Arbeitszeit aus. Der Handwerker, der im Auftrag des Chefs in einen Baumarkt f├Ąhrt, um dort n├Âtiges Baumaterial einzukaufen, ist versichert. Wer in die firmeneigene Kantine in der Mittagspause geht und dort speist, genie├čt Versicherungsschutz. Geht man aber zum D├Ânerstand auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite, hat man bei einem Unfall Pech gehabt. Einkaufen in der Mittagspause unterliegt ebenfalls nicht dem Versicherungsschutz. Und nach einem j├╝ngst ver├Âffentlichten Urteil verliert man sogar den Unfallschutz, wenn man auf dem Weg zur oder von der Zigarettenpause ist sowie w├Ąhrend dieser.

Betrachtet man das ganze zeitlich, dann ist ein „normaler“ Berufst├Ątiger im Idealfall etwa 9 bis 10 Stunden versichert. Die restlichen rund 14 Stunden ist man unversichert.

Stolperstein: Wer ist versichert?

Eine einfache Frage, die schnell viele beantworten: der Berufst├Ątige. Aber dass auch Studenten, Sch├╝ler, ja sogar die Kindergartenkinder gesetzlich unter den gleichen Bedingungen wie Berufst├Ątige versichert sind, daran denken viel nicht. Auch Sportler im Verein, ehrenamtlich t├Ątige Personen sind versichert — sogar wenn man bei Unfallhilfe oder Pannenhilfe zu Schaden kommt, bekommt man Leistung.

Alle anderen bekommen oder in anderen Lebenssituationen erh├Ąlt man keine Leistung.

Stolperstein: Wie sehen die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung aus?

Die gesetzliche Unfallversicherung hat als Versicherungsnehmer den jeweiligen Betrieb, die jeweilige Bildungsst├Ątte, den entsprechenden Verein etc. Sie ├╝bernimmt die zivilrechtliche Haftung der gerade genannten Versicherten gegen├╝ber der gesch├Ądigten Arbeitnehmer, Sch├╝ler, Studenten etc.

Dem entsprechend sieht die Leistung der gesetzlichen Unfallversicherung aus. Die Unfallversicherung erbringt folgende Leistungen gegen├╝ber den Verunfallten:

  • Medizinische Versorgung
  • berufliche und soziale Wiedereingliederung
  • finanzielle Entsch├Ądigung w├Ąhrend der Rehabilitationsma├čnahmen erhalten die Versicherten, soweit sie in dieser Zeit kein Entgelt erzielen k├Ânnen, Entgeltersatzleistungen in Form von Verletztengeld und ├ťbergangsgeld.
  • Geldleistungen an Hinterbliebene
  • Pflegeleistungen
  • Anpassung des Arbeitsplatzes an die eventuelle k├Ârperliche Beeintr├Ąchtigung des Verunfallten

Also im Schwerpunkt handelt es sich um Sachleistungen an den Verunfallten. Da die Versicherung zu dem als Versicherungsnehmer den Arbeitgeber hat, ist eine der Hauptaufgaben, die Vermeidung von Unf├Ąllen.

Dauerhafte Geldleistungen an den Verunfallten stehen dagegen nicht prim├Ąr im Leistungsversprechen. Einkommenseinbu├čen sind Ihr Problem!

Die Abhilfe

Um auch finanzielle Einbu├čen zu vermeiden, ist eine private Unfallversicherung unabg├Ąnglich. Nur ├╝ber diese wird sichergestellt, dass man bei einer Invalidit├Ąt aufgrund eines Unfalls, die nicht gleich zu einer Berufsunf├Ąhigkeit f├╝hrt, dauerhafte Einkommensverluste vermeiden (Unfallrente) kann und die einen Teil neuer finanzieller Belastungen, z.B. Umbauten im privaten Bereich, (Invalidit├Ątsleistung, Vorschusszahlung) abgenommen bekommt. Gute Unfallversicherungen bieten dazu noch weitere Leistungen analog zur gesetzlichen Unfallversicherung.

Zudem ist es bei der privaten Unfallversicherung vollkommen egal, ob es sich um einen Berufsunfall handelt oder einen privaten. Auch wer an dem Unfall die Schuld tr├Ągt ist vollkommen egal.

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