Unfall auf der Piste: Wer zahlt bei einem Skiunfall?

Jedes Jahr verunglĂŒcken Skifahrer auf den Pisten. Teils aufgrund eigener Fahrfehler, teils durch SelbstĂŒberschĂ€tzung oder aufgrund von Pistenrowdies. Wenn es zu einem UnglĂŒck und den damit unweigerlich verbundenen SchĂ€den kommt, wer steht dafĂŒr gerade?

PersonenschÀden aufgrund eines Pistenunfalls

Krankenversicherung (gesetzlich)

Bei PersonenschĂ€den wird als erstes die Krankenversicherung einspringen. Sie ĂŒbernimmt zunĂ€chst die Kosten fĂŒr die „Wiederherstellung der Gesundheit“, was im Fall eines Skiurlaubs in Europa gleichbedeutend mit der medizinischen Versorgung im Krankenhaus und Arzt ist. Jedoch zahlt sie als gesetzliche Krankenversicherung nur in dem gastlandesĂŒblichen Krankenversorgungsumfang, maximal entsprechend der deutschen Gesetzesvorgaben. Sollte es also im Gastland einen höheren medizinischen Versorgungsumfang bei der dortigen gesetzlichen Versorgung geben als in Deutschland, bekommt man nur das bezahlt, was die Krankenkasse in Deutschland ĂŒbernehmen wĂŒrde. Es sieht also schlecht aus, wenn es um ein Ein-Bett-Zimmer im Krankenhaus geht, da dieses in Deutschland nicht Krankenkassenstandard ist.

Auch ist die medizinische Versorgung im nicht-europĂ€ischen Ausland nicht gesichert. Das bedeutet, dass eine medizinische Versorgung aufgrund eines Ski-Unfalls in den USA oder in Kanada – wie auch alle anderen Arzt- und Krankenhausbesuche auch – aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss, wenn man keine eigenstĂ€ndige Zusatzversicherung abgeschlossen hat.

Private Auslandsreisekrankenversicherung

Wenn Sie zusĂ€tzlich eine Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen haben, decken Sie im Falle von Krankheitskosten die ab, die durch die gesetzliche Krankenversicherung nicht abgedeckt werden. Somit werden hier durch den Unfall verursachte, nicht abgedeckte Kosten ĂŒbernommen (aber auch nicht das Ein-Bett-Zimmer!)

Wichtig wird die Versicherung vor allem dann, wenn es um die Kosten der RĂŒckholung des verunglĂŒckten Versicherten oder unter bestimmten Bedingungen seiner Familie geht. Auch werden unter bestimmten Voraussetzungen Hotelkosten von Angehörigen bezahlt.

Hinsichtlich der RĂŒckholung des VerunglĂŒckten erfolgt diese durch die gesetzliche Krankenversicherung nur dann, wenn medizinisch notwendig und im Gastland eine Wiederherstellung der Gesundheit nicht aufgrund der medizinischen Begebenheiten nicht gewĂ€hrleistet werden kann. Diese Voraussetzung zur RĂŒckholung besteht jedoch in Europa nicht. Daher hilft hier nur die Zusatzversicherung weiter.

Die Auslandsreisekrankenversicherung ĂŒbernimmt eines nicht: Die Bergung. Eine Bergung ist in diesen Policen in der Regel nicht enthalten

Private Unfallversicherung

Foto: PublicDomainPictures pixabay.de

Die private Unfallversicherung ĂŒbernimmt die Bergungskosten. Diese werden zwar auch von der gesetzlichen Krankenversicherung ĂŒbernommen, jedoch zahlt diese nur in dem medizinisch erforderlichen Umfang. Also war eine Bergung mit Schlitten ausreichend, zahlt die Versicherung den Heli-Flug nicht. Der Verunfallte muss diese Mehrkosten selbsttragen, wenn er keine Unfallversicherung hat.

Auch die Kosten der Suche bei LawinenverschĂŒttung wird durch die Unfallversicherung ĂŒbernommen. Diese Kosten sind kein Bestandteil der Krankenversicherung.

Der Umfang der KostenĂŒbernahme ist policenabhĂ€ngig.

Sollten aufgrund des Unfalls SchĂ€den zurĂŒckbleiben, zahlt die Unfallversicherung einen Betrag aus. Manche Versicherungen neueren Datums beinhalten auch – je nachdem ob man dies eingeschlossen hat – zusĂ€tzliche Leistungen, wie Reha-Maßnahmen oder Lebenshilfen ĂŒber den Krankenversicherungsumfang hinaus.

Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers, ĂŒbernimmt sĂ€mtliche medizinische Kosten der Unfallopfer. Zumindest in Deutschland. Und natĂŒrlich nur dann, wenn der Unfallverursacher auch eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Ansonsten steht der Unfallverursacher mit dem eigenen Vermögen in vollem Umfang gerade.

Die Kosten welche die vorgenannten drei Versicherer zu Herstellung der Gesundheit und zur eventuellen Verbesserung und Vereinfachung des Lebens des Unfallopfers bei verbleibenden SchĂ€den haben, werden diese dem Unfallverursacher in Rechnung stellen und versuchen einzutreiben. Aus diesem Grund erhalten Sie nach unfallbedingter medizinischer Versorgung seitens Ihrer Versicherer einen Fragebogen, wer an diesem Unfall die Schuld trĂ€gt. Hat der Unfallverursacher eine Haftpflichtversicherung, wird sie diese Kosten bis zur vereinbarten Versicherungssumme ĂŒbernehmen, ansonsten muss der Verursacher selbst gerade stehen.

SachschÀden aufgrund eines Pistenunfalls

Bei SachschĂ€den aufgrund eines Unfalls gilt generell: Der Verursacher zahlt die SchĂ€den. Das bedeutet, dass der der Unfallverursacher die SchĂ€den an den Sachen der betroffenen Dritten begleichen muss. HierfĂŒr kann er seine Haftpflichtversicherung heranziehen. Auf den SchĂ€den am Eigentum des Verursachers bleibt selbiger jedoch sitzen.

Entsprechend des Versicherungsumfanges begleicht die Haftpflichtversicherung die SachschÀden an den Sachen der Unfallgegner.

Jedoch kann es hier zu Problemen fĂŒhren, denn im Falle eines erheblichen Fehlverhaltens des Verursachers kann es zum Verlust des Versicherungsschutzes kommen.

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