Kostenloses Girokonto der comdirect: Inzwischen Augenwischerei

Je nachdem, was man selbst fĂŒr ein Typ von Bankkunde ist, empfiehlt es sich, auf kostengĂŒnstige Banken zurĂŒckzugreifen und damit sich ein kostenloses Girokonto zuzulegen. Insbesondere dann gilt das, wenn man eigentlich nur das Konto braucht, um den monatlichen Gehaltseingang zu erhalten und seine Kosten einfach zu bezahlen.

Die comdirect – Tochter der Commerzbank – ist so eine „gĂŒnstige“ Bank. Da man als Kunde alles selber online macht, kann die Bank ihre Girokonten ohne KontofĂŒhrungsgebĂŒhren anbieten.

Aber: Inzwischen gibt es versteckte Kosten und „Fallen“ bei dem Girokonto!

GebĂŒhren

Die comdirect wirbt bis heute damit das fĂŒr das Konto keine GebĂŒhren anfallen. Diese Aussage stimmt nur bedingt. Denn inzwischen erhebt man GebĂŒhren, ĂŒber die man nicht unbedingt sofort stolpert.

Es ist an einigen Geldautomaten möglich, auf sein Konto Bargeld einzuzahlen. DafĂŒr steckt man seine Karte einfach in den Automaten, teilt ĂŒber den Dialog mit, dass man keine Auszahlung sondern eine Einzahlung tĂ€tigen will und packt m Anschluss daran das Geld in die entsprechende sich öffnende Lade. Manchmal bekommt man so sein Hartgeld auch los.

Bis letztes Jahr war diese Einzahlungstransaktion kostenlos, wenn man sie an einem Automaten der Commerzbank tĂ€tigte. (Ob es an anderen Automaten ĂŒberhaupt möglich ist bzw. war ist nicht bekannt!) 2017 fĂŒhrte man klammheimlich fĂŒr diese Transaktionen GebĂŒhren ein!
Wenn man im Jahr mehr als 2 Einzahlungen ĂŒber einen Automaten tĂ€tigt, werden ab der 3. Einzahlung happige GebĂŒhren fĂ€llig.

Also dafĂŒr, das man sein ÜberzĂ€hliges Geld zu Bank bringt oder auch nur sein Konto ausgleichen will muss man zahlen! Aus unserer Sicht handelt es sich bei dem Girokonto somit nicht um ein kostenfreies Konto.

Mindestauszahlung

Die neueste Änderung im Rahmen des Girokontos liegt bei der Auszahlung. Obwohl man hier sein Geld immer noch an den Automaten der Cashgroup kostenlos erhĂ€lt, bekommt man dieses nicht unbedingt ausgezahlt.

Fast klammheimlich – der Kunde wurde in einer Mail in der Online-Postbox informiert, bekommt man nur noch sein Geld ausgezahlt, wenn man mindestens 50 Eur abhebt. Sollt man unter diesem Betrag liegen (z.B. kann man an vielen Automaten der Postbank MindestbetrĂ€ge von 10 EUR holen), bekommt man die Information, dass man mit einer „nicht berechtigten Karte“ Geld ziehen möchte.

Die comdirect schreibt in Ihrer Information:

Wir haben eine wichtige Information fĂŒr Sie: Ab dem 12.02.2018 können Sie mit Ihrer comdirect girocard erst ab einem Betrag von 50 Euro Bargeld an Geldautomaten abheben

Das hat einen guten Grund: Wir möchten Ihnen auch in Zukunft alle Leistungen rund um Ihr comdirect Girokonto möglichst kostenlos anbieten. Ermöglichen können wir das nur, indem wir die fĂŒr uns kostenintensiven Dienstleistungen, wie z.B. zahlreiche BargeldverfĂŒgungen von kleinen BetrĂ€gen an Geldautomaten, minimieren.

Nutzen Sie zukĂŒnftig einfach diese Alternativen:

Bargeld abheben im Einzelhandel
Sie können auch weiterhin in ĂŒber 13.000 GeschĂ€ften im Einzelhandel BargeldbetrĂ€ge unter 50 Euro erhalten. DafĂŒr mĂŒssen Sie in der Regel fĂŒr mindestens 20 Euro einkaufen und Ihren Einkauf mit der girocard bezahlen.

Bezahlen mit Ihren comdirect Karten
Auch kleinere BetrĂ€ge können Sie bargeldlos mit Ihrer girocard oder Visa-Karte bezahlen. Wenn Sie noch keine comdirect Visa-Karte haben, beantragen Sie diese gleich hier im Persönlichen Bereich unter Konto & Karte > Kartendaten. Die Visa-Karte ist fĂŒr Sie kostenlos.

Gut zu wissen: Wenn der verfĂŒgbare Geldbetrag auf Ihrem Konto zum Zeitpunkt der Bargeldabhebung geringer ist als 50 Euro, können Sie auch weiterhin mit der girocard BetrĂ€ge unter 50 Euro an Geldautomaten abheben. Bitte beachten Sie: der verfĂŒgbare Betrag berĂŒcksichtigt Ihren eventuell vorhandenen Disporahmen. JuniorGiro Kunden erhalten selbstverstĂ€ndlich auch weiterhin mit ihrer girocard BargeldbetrĂ€ge unter 50 Euro.

Also ist fĂŒr den Kunden auch hier versteckte Kosten zu rechnen: Solange man nicht an die Grenze des verfĂŒgbaren Geldbetrags kommt, gibt’s immer nur 50 EUR. Willkommen im Dispo-Kredit! Und damit beim Zahlen von teurer Zinsen an die Bank!

Interessant ist auch, dass die Bank die AnkĂŒndigung vor einigen Monaten – am 5. Februar 2018 – gemacht hat. Das darin enthaltene Datum der EinfĂŒhrung dieser BeschrĂ€nkung, 12. Februar 2018 aber nicht stimmt, sondern die EinfĂŒhrung erst jetzt erfolgt ist. Die Änderungen der AGB wurden im Oktober des letzten Jahres zum 1. Januar 2017 angekĂŒndigt. Interessanterweise aber auch nur per Nachricht in der Postbox des Kontos. Ein Vorgehen, dass, da es sich um vertragliche Vereinbarungen handelt, in geeigneter Schriftform (also postalisch) dem Kunden ĂŒbermittelt hĂ€tte werden mĂŒssen.

Im Übrigen


Die comdirect Ă€ndert in jĂŒngster Zeit laufend einzelne Vertragsbestandeile. Es ist daher nicht auszuschließen, dass man sich hier weitere versteckte Kosten ausdenkt und diese schlecht kommuniziert.

Gerade das „schlecht kommunizieren“ ist in dem Fall der AbhebungsbeschrĂ€nkung deutlich erkennbar, da, wenn man die Servicenummer der Bank anruft man per Bankansage auf die Änderung hingewiesen wird. Es scheinen dort nicht unerheblich viele erboste Kunden aufgeschlagen zu sein, die von dieser AGB-Änderung erst etwas am Automaten mitbekommen haben.

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